LÖWENZAHNGELEE

Kennt ihr das, wenn nach einem langen, trüben Winter das Grün der Wiesen endlich wieder satter wird und überall dazwischen sonnig-gelbe Tupfen aufblühen?

Wäre es nicht schön, Farben und Gerüche konservieren zu können – so ein bisschen wie Frederik, die Maus in dem alten Kinderbuch? Und dann bin ich über  dieses Rezept  zur Herstellung von „falschem Honig“ gestoßen. Das musste ich ausprobieren.

Die Ernte

Dass Löwenzahnblätter in der (Heil-)Küche einen festen Platz haben, war mir bereits bekannt. Aber wer weiß schon, dass wir die ganze Pflanze nutzen können: die Wurzel als Kaffeeersatz, den Saft zur äußerlichen Anwendung und eben die Blüten zum Einlegen und Einmachen.

Am besten erntet man die Blüten an einem sonnigen Tag zur Mittagszeit, dann steht die Pflanze gut im Saft. Sammelt abseits von Straßen und nicht auf gedüngten Wiesen. Kleine Insekten zwischen den Blütenblättern verschwinden nach einer Stunde von selbst oder spätestens beim Rupfen.

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Das Rezept

Zutaten:
4 Hände Blüten
1 Päckchen Gelierzucker 2:1
1 unbehandelte Zitrone
Optional ein paar Blätter Zitronenverbene
Außerdem sterile Gläser zum Abfüllen

Zubereitung:
Als Ansatzpunkt diente das oben verlinkte Rezept. Ich wollte weniger Zucker verwenden und habe mich wegen der Konsistenz für Gelierzucker entschieden. Dementsprechend ist es kein Honig aber ein wohlschmeckendes Gelee geworden.

Als erstes muss das Gelbe vom Grünen getrennt werden, so kommen weniger Bitterstoffe in das Gelee und die Farbe bleibt goldig.
Die gerupften Blüten zusammen mit ein paar Blättern Zitronenverbene mit ca. 1 1/2 Liter (gefiltertem) Wasser übergießen und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Der Löwenzahn sollte mit Wasser bedeckt sein.
Am nächsten Tag den Sud mit den Blüten aufkochen und noch circa 2 Stunden abkühlen lassen.
Die Löwenzahnblüten ausfiltern und auspressen.
Abrieb einer Zitronenschale und Saft einer halben Zitrone zugeben
Ungefähr 1/2 bis ¾ Päckchen Gelierzucker im Sud auflösen und aufkochen. Achtung, das Ganze kann aufschäumen. Schaum mit einer Kelle abschöpfen.
Nach etwa 5 Minuten die Hitze reduzieren und ohne Deckel weiter köcheln lassen. Zwischendurch immer mal eine Gelierprobe machen und entweder etwas mehr Wasser oder Zucker hinzugeben.
Das noch heiße Gelee in die Gläser abfüllen, verschließen und sofort stürzen, damit sich der Schraubverschluss ansaugt.

Unser Endprodukt hat einen Geschmack zwischen Honig und Quittengelee. Es schmeckt wunderbar lecker als Brotaufstrich, kann aber auch als alternatives Süßungsmittel verwendet werden.

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