PICOGRILL 239

Unser aktuell ständiger Begleiter ist ein Hobokocher. Wenn uns unterwegs nach einem Kaffee, Tee oder einer warmen Mahlzeit ist, kommt unser neuestes Outdoorgadget zum Einsatz. Der äußerst leichte und sehr flach faltbare Picogrill findet im Bereich des Rückenteils in jedem Rucksack Platz.

Die Fakten

Packmaß:
Die mitgelieferte und sehr robuste Nylontasche hat ein Maß von 34 x 19 cm, und selbst wenn man, so wie wir in der Regel, das erhältliche Zubehör mit einpackt, nimmt die Tasche an der dicksten Stelle kaum mehr als einen Zentimeter Höhe in Anspruch.

Gewicht:
Wie der Name schon sagt, liegt das Gewicht des Kochers um die 239 g. Nachgewogen ist unserer sogar etwas leichter, 197 g der Hobo selbst und 38 g der mitgelieferte Spieß, der mehrere Funktionen erfüllt. Die Schutztasche bringt weitere 35 g auf die Waage.
Als nicht unbedingt notwendiges Zubehör sind wir sowohl im Besitz einer Aluminium-Schutzplatte mit 92 g, die das Einsinken des Picogrills in weichem Untergrund und das Verbrennen des Bodens verhindern soll, als auch eines Topfkreuzes, 42 g.

Aufbau:
Die Brennkammer besteht aus zwei dünnen Edelstahlblechen, die geschickt über Schlitze und Zapfen miteinander verbunden sind. Zusätzlich ist über die gleiche Art der Verbindung ein Rost als Boden eingefügt.

Durch die clever gemachte Konstruktion lässt sich der Kocher schnell und unkompliziert auf- und auch wieder zusammenfalten. Die Brennkammer hat dann eine Größe von 16 x 16 x 16 cm, bei einer Gesamthöhe des Kochers von 19 cm. Die Hände bleiben, im Gegensatz zu Steckhobos, beim Auf- und Abbau sauber.

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Die Funktion

Der Hersteller gibt eine Empfehlung für ein Maximalgewicht von ca. 3 kg an, ich denke jedoch, dass der Kocher ohne Weiteres auch mit 6 kg, wenn nicht sogar mehr, dauerhaft belastet werden kann. Vorausgesetzt, der Boden ist eben und nicht zu weich. Sinkt der Picogrill nämlich ein, geht der Kamineffekt verloren.

Man kann den Hobo sowohl als Kocher, als auch als Grill verwenden. Durch die außergewöhnlich große Brennkammer kann man im Gegensatz zu vielen anderen Reisehobos recht große Stücke Feuerholz verwenden, die dann auch eine ordentliche Glut erzeugen.

Legt man den Picogrill 239 mit ein bis zwei Lagen Alufolie aus und unterbindet dadurch den Kamineffekt, kann er auch als kleine Feuerstelle für ein kleines Lagerfeuer genutzt werden, ohne Spuren zu hinterlassen.

Wie bereits angedeutet, erfüllt auch der mitgelieferte Spieß mehrere Funktionen:

  • Zunächst dient er als Topfauflage, und kann in mehreren Höhen in und auf dem Grill eingesetzt werden.

  • Dann kann er als Halter für einen Alkoholbrenner (z.B. Trangia), oder einen Multifuelbrenner verwendet werden und der Hobo dient dann als Windschutz. Jedoch benötigt man in dem Fall allerdings einen weiteren Spieß als Topfauflage oder das Topfkreuz.

  • Desweiteren kann man z.B. Würstchen, Fleischstücke oder Gemüse aufstecken, wenn man den Picogrill als Grill verwenden möchte.

Die Vorteile eines Holzkochers liegen auf der Hand. In unseren Breiten findet man eigentlich immer etwas, was sich verfeuern lässt. Außer Holz kann auch zum Beispiel getrockneter Tierdung zum Heizen genommen werden und man muss keinen Brennstoff tage- oder gar wochenlang mit sich herum schleppen.

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Damit kommen wir aber auch zu den Nachteilen. In der Wüste, verschneiten Einöden oder im Hochgebirge wird es dann eventuell schwer, ausreichend Brennmaterial zu finden, beziehungsweise muss man dieses dann auch transportieren.

Außerdem reicht bei Benzin- oder Gaskochern zum Entzünden ein Funke, beispielsweise durch einen Feuerstahl erzeugt, wohingegen man beim Hobo ein richtiges Feuer entfachen muss, was sich bei feuchtem oder gar nassem Holz schwieriger und generell zeitaufwändiger gestaltet. Auch verbrennt Holz „schmutziger“ und hinterlässt Ruß auf Töpfen und Pfannen, was uns aber nicht stört.

Findet man gut durchgetrocknetes Holz und einen guten Zunder, brennt binnen weniger Minuten ein wahres Höllenfeuer in dem Hobo. 1 Liter Wasser kocht nach 3,5 Minuten, da kann kaum ein anderer, rucksacktauglicher Kocher mithalten.

Erstaunlich ist, obwohl im Picogrill ein wirklich heißes Feuer brennt, kann man den Spieß, selbst wenn er über der Flamme glüht, außen ohne Handschuhe anfassen, ohne sich die Finger zu verbrennen. Auch ist der Hobo binnen kürzester Zeit soweit abgekühlt, dass er wieder eingepackt werden kann.

Rechtliches

Grundsätzlich ist offenes Feuer in Deutschland unter 100 m Abstand zum Wald verboten. Dazu gehören auch Campingkocher aller Art, die eine offene Flamme haben. Unter anderem sind offenes Licht, Fackeln, Kerzen und eigentlich auch das Rauchen im gleichen Bereich untersagt. Oftmals sind allerdings offene Grill- und Feuerstellen in der Nähe von Wäldern zu finden. Wenn man einen Kocher in der Nähe eines Waldes verwendet hat und erwischt wurde, kann man sich vorsichtig darauf berufen und kommt dann eventuell mit einer Verwarnung davon. Grundsätzlich gilt es aber Eigenverantwortung zu zeigen und zum Beispiel bei extremer Trockenheit auf Feuer zu verzichten, bei normalen Bedingungen keine Brandflecken zu hinterlassen und fremdes Eigentum zu achten.

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