VEGAN 4 – FAZIT

VEGANE ERNÄHRUNG- DAS EXPERIMENT
TEIL 4

Wir stellten uns mal wieder die Frage, wenn man alleine nicht das große Ganze ändern kann, was können wir im Kleinen tun, um nicht bei allem, was uns sauer aufstößt, mitspielen zu müssen. Daraus entstand die Idee, vier Wochen lang ein Experiment zu starten: Vegan vs. Omnivore

Ich teile in vier Kapiteln meine vegane Erfahrung mit euch.

Jedes Dogma hat mal als Ketzerei angefangen, vergißt dann aber seine Kindheit und plustert sich als alleinseligmachende Wahrheit auf, wodurch es neue Ketzereien notwendig macht.
© Ulrich Erckenbrecht (*1947), deutscher Schriftsteller und Aphoristiker

 

 

Ein halbes Jahr ist vorbei. Was hat sich verändert, bin ich dogmatisch geworden, bin ich pleite, kochen wir jetzt immer getrennt?

 

Ein bisschen vegan

Veganismus ist ja eigentlich mehr als nur Tofu und Gemüse. Dazu gehören auch Kosmetik, Kleidung und allerlei andere Alltagsdinge. Dogmatisch bin ich nicht. Ich mag meine Hafermilch viel lieber als Kuhmilch, wenn es aber unterwegs absolut keine Alternative gibt, ich aber den anderen nicht nur bei Kaffee und Kuchen zusehen will, dann mache ich eine Ausnahme.
Weiterhin bleiben Honig und Ghee auf dem Speiseplan. Hier achte ich auf Herkunft und Herstellung.

Im Kosmetikbereich bin ich schon zuvor auf vegane und biologische Produkte umgestiegen.

Gerade jetzt im Herbst, ziehe ich einen dicken Wollpulli und hochwertige Lederschuhe, die mir viele Jahre gute Dienste leisten werden, Plastikware vor, mit der sich dann kommende Generationen rumärgern dürfen.

 

Pleite?

Nicht deswegen 😉 Nein Spaß. Mit der Zeit hat man einen Grundstock an Nahrungsmitteln und die Lust auf Ersatzprodukte vergeht. Analogkäse für 3 Euro und Fake-Hackfleisch bleiben die Ausnahme. Unterm Strich geben wir nicht wirklich mehr für unser Essen aus. Gemüse und Obst kaufen wir, wie zuvor auch, überwiegend saisonal und Milch in Glasflaschen ist genauso teuer wie ein Liter Pflanzenmilch.

 

Wie im Restaurant

Ja, jeder bekommt sein eigenes Essen – meistens. Ab und zu ist das vegane Gericht aber für uns beide oder wir überlegen, wo wir Schnittmengen haben und ich lasse was weg und er fügt noch was dazu. Mit der Zeit wurde aber auch Anvischs Speiseplan immer vegetarischer – wer weiß, wohin das noch führt…

 

Körperliche Auswirkungen

Definitiv hat sich das Experiment positiv auf meine Gesundheit ausgewirkt. Ich merkte damals schon eine Verbesserung, als ich auf Fleisch und Wurst verzichtet habe – ohne Milch und Ei wurde es noch besser. Außerdem wurde ich sensibler. Ob das jetzt positiv zu bewerten ist sei dahingestellt, aber ich ertrage noch weniger Ungerechtigkeit, Verbohrtheit und Lärm als zuvor. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich selbst nicht mehr mit Nahrung, die gelitten hat, abstumpfe. Wer weiß.

 

Und in der Krise?

Vegan bleibt weiterhin mein Weg, frei und ungezwungen.

Wenn es je nötig sein sollte, dass wir uns komplett selbstversorgen müssen, dann würde ich natürlich, um zu überleben, auch Fisch, Fleisch und anderes wieder zu mir nehmen. Wir informieren uns viel über Wald- und Wiesen-Alternativen und gehen nicht unvorbereitet in die Zukunft. Aber wenn wir ehrlich sind, können wir uns in diesen Breitengraden, spätestens im Winter nicht ausschließlich vegetarisch oder gar vegan ernähren. Das ist in Ordnung, denn die Intention wird es dann nicht sein, für meinen bzw. unseren Genuss zu töten und Lebewesen auszubeuten sondern nur das zu nehmen, was wir wirklich brauchen und das wäre für mich die ursprüngliche, natürliche Ordnung, die vertretbar wäre.

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